Geschichte der Schulen in Lüchtringen

Wie aus historischen Quellen hervorgeht, hat das Schulwesen in Lüchtringen eine lange Tradition.

So fand der erste nachweisbare Schulunterricht, wenn auch nur in den Wintermonaten und nicht in einem eigenen Schulgebäude, sondern auf den Deelen der Bauernhöfe, in Scheunen oder in der Wohnstube des Lehrers, schon um 1644 unter der Obhut des Kustos Bernhard Gröne statt.

Die Besoldung des Schullehrers erfolgte durch Naturalien, Nutznießung von wenigem Garten- und Ackerland und geringem Schulgeld.

Aufgrund nachhaltiger Bemühungen eines nachfolgenden Lehrers namens Vogelsang, erwarb die Gemeinde schließlich ein eigenes Schulhaus, das alte Hellemansche Haus neben der Kirche des Ortes. In diesem fand außer der Lehrerwohnung auch noch ein Klassenraum Platz. Lange Zeit erfüllten hier verschiedene Lehrergenerationen ihren Dienst.

Wie aus einem Bericht über die damaligen Schulverhältnisse hervorgeht, wurde im Jahre 1804 150 Schülern durch einen einzigen Lehrer das Lesen, Schreiben und Rechnen beigebracht. Aufgrund der hohen Schülerzahl wurde schließlich ein neues Schulhaus notwendig. Die Gemeinde erwarb das alte Hessesche Haus in der heutigen Langenstraße, in dem eine Schankwirtschaft betrieben wurde, durch Tausch mit der alten Schule. Es bot Platz für 4 Klassenräume und wurde 1849 von drei Lehrern bezogen.

Ab 1901 gab es hier 6 planmäßige Lehrerstellen. Der Mangel an Schulraum wurde erneut zu einem Problem. So wurden zwei Klassen in dem Saal eines Wirtes und der früheren Kaplanei untergebracht.

Im Jahr 1909 konnte schließlich ein neu errichtetes zweiklassiges Schulgebäude auf dem Turmplatz in der heutigen Bergstraße bezogen werden. Von nun an wurden in der bisherigen Schule die ersten drei Jahrgänge und die Mädchenklassen der Jahrgänge vier und fünf untergebracht. In dem neuen Gebäude wurde den 6., 7. und 8. Klassen nach Geschlechtern getrennt Unterricht erteilt.

Um erneuten Platzmangel endgültig zu beseitigen, wurde 1938 mit dem Bau des heutigen Schulzentrums am Lambertweg begonnen. Aufgrund des Krieges wurde es aber erst 1941 fertig gestellt. Da sich in NRW eine Neuordnung des Schulwesens abzeichnete, wurde dieses Gebäude 1967 so erweitert, dass auch geregelter Unterricht in naturwissen- schaftlichen, musischen und hauswirtschaftlichen Fächern möglich gewesen wäre.

Zwei Jahre später sollte Lüchtringens Hauptschule jedoch wegen der Unterschreitung der geforderten Mindestschülerzahl von 200 Schülern geschlossen werden. Der darauf ausbrechende Protest der Elternschaft hatte zunächst Erfolg.

1971 wurden die Hauptschulklassen aber endgültig aufgelöst und der Hauptschule Höxter angegliedert. Aus der Zeit stammen noch viele Unterrichtsmaterialien, die in der Schule verblieben. Mit den verbliebenen Klassen wurde die Katholische Grundschule Lüchtringen gegründet. Diese ist in der jetzt bestehenden Ein- bzw. Zweizügigkeit nach dem Ratsbeschluss der Stadt Höxter vom Ende des Jahres 2012 zunächst in ihrem Bestand gesichert.

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